Geschichte der Region

Die Geschichte des Dörfchens Poppis selbst wurde natürlich nicht festgehalten, jedoch gibt es Aufzeichnungen über die Pfarrei Gattnau, der auch Poppis angehört. Gattnau ist ein Dorf mit einigen hundert Einwohnern etwa einen Kilometer entfernt. Der nachfolgende Text und das Bildmaterial wurden weitgehend wörtlich der "Festschrift zum Jubiläum der Pfarrkirche St.Gallus in Gattnau" entnommen. Der Autor des Texts ist Herr Erwin Bohner.

Geschichte der Pfarrei Gattnau

1. Das Christentum in unserer Gegend

Im Jahre 300 n.Chr. wurde unsere Heimat endgültig von den Alemannen erobert. Sie vertrieben mit Waffengewalt die Römer aus dem Land, zerstörten die römischen Besitzungen und gründeten eigene Siedlungen. Im sechsten Jahrhundert mussten sich die Alemannen nach verschiedenen Kriegen der Oberhoheit der Franken beugen.
Mit den Franken kamen irische Mönche als Boten des Christentums in unser Land. Am Bodensee wirkten besonders erfolgreich die Mönche Gallus und Columban. Beide wurden nach ihrem Tod heilig gesprochen. Der heilige Gallus missionierte von 609 bis zu seinem Tode 640 rund um den Bodensee und gründete das spätere Kloster St. Gallen. Ihm gelang die Bekehrung des Alemannenherzogs Gunzo und damit sicher der Durchbruch des christlichen Glaubens. Um 700 war ganz Alemannien christlich. Konstanz hatte bereits 550 den Bischofssitz für unser Gebiet erhalten.

Die älteste Erzählung von Gattnau berichtet, dass schon zur Zeit des heiligen Gallus ein Priester Marzell, ein Freund des Pfarrers Villimar von Arbon, in Gattnau eine Kapelle errichtet habe. Urkundlich ist hiervon noch nichts belegt. In den Jahren nach 700 blühte das Kloster St. Gallen mächtig auf. Durch Schenkungsurkunden erfahren wir in der Mitte des achten Jahrhunderts von fast allen Orten unserer Gegend. Die Lehensburg wird 769 erwähnt, gefolgt von Retterschen 799 und 813 Hemigkofen.
Politisch organisierten die Franken ihr Reich neu und zwangen den Alemannen die Gauverwaltung auf. Unsere Gegend wurde in den Linzgau und den Argengau gegliedert. Die Grenze zwischen den beiden Gauen verlief ungefähr an der Schussen. Unsere Pfarrei gehörte dem Argengau an, der von der Laiblach, der heutigen österreichischen Grenze, bis zur Schussen und weit bis ins Allgäu reichte. Kirchlich wurde der Argengau dem Landkapitel Ebratshofen, später Lindau, des Bistums Konstanz zugeteilt. Gaugrafen waren die Grafen von Buchhorn [heute Friedrichshafen] und die Welfen, ab 1143 übernahmen die Pfalzgrafen von Tübingen, die sich später Montfort nannten, die Herrschaft im Argengau. Urkunden aus dieser Zeit über die Pfarrei Gattnau gibt es noch keine. Prof. Ernst, der Mitverfasser der Kreisbeschreibung von 1915, vermutet aufgrund des Kirchenpatrons Sankt Gallus die Entstehung des ersten Kirchenbaus in der Blütezeit des Klosters St. Gallen im achten oder neunten Jahrhundert.
Ob Gattnau damals schon Pfarrei war, ist nicht mehr feststellbar. Es ist wahrscheinlich, dass es längere Zeit Filialkirche von Wasserburg oder Langenargen blieb. In einer Aufzählung der Pfarreien des Landkapitels Lindau von 1275 fehlt Gattnau noch. Politisch hat Betznau zeitweise als Versammlungsstätte des Argengaus und Sitz der Gaugrafen eine Rolle gespielt.

2. Die Pfarrei Gattnau vom 15. bis 17. Jahrhundert

Im Jahre 1412 wurde erstmals urkundlich belegt, dass Gattnau geistiger Mittelpunkt unserer Gemeinde war. Der Graf von Montfort und das Spital Lindau stritten sich um die Niedergerichte in Gattnau und Laimnau. Der Graf gewann in Gattnau, die Lindauer in Laimnau. Einer der Forscher meint, dass von Gattnau bis ins 15. Jahrhundert so wenig geschrieben worden sei, rühre daher, dass hier so viele Freie und wenig Leibeigene gelebt hätten. Wenn diese Annahme richtig ist, könnten wir auf unsere Vorfahren stolz sein, denn es war sicher nicht einfach im Mittealter die Freiheit lange zu bewahren.
Ab dem 15. Jahrhundert reißen die schriftlichen Zeugnisse nicht mehr ab. 1436 wurde Johannes Holzhuser als Pfarrverweser in Gattnau genannt und 1437 folgte seine Investitur als Pfarrer. Die Pfarrkinder bitten den Grafen Wilhelm von Montfort um ein größeres Widum für die Pfarrstelle, damit die Pfarrei ihren Pfarrer besser ernähren könne. Gleichzeitig wurde eine neue Kirche gebaut. Wahrscheinlich die erste, die über die schlichten Dorfkirchen der Gründerjahre hinauswächst. Die Bitte an den Grafen um mehr Zuwendung hat fatale Folgen, er nimmt der Kirche Gattnau den Großzehnten (die Früchte vom Acker) weg, allerdings übernimmt er dafür die Baulast für Kirche und Pfarrhaus. Nach Pfarrer Holzhuser sind alle Pfarrer bis zur Jahrhundertwende auf 1500 bekannt.
Die Reformation von 1517 schlug ihre Wellen in den 20er Jahren auch nach Oberschwaben und führte zum Bauernkrieg von 1525. Solidarisch mit ihren Berufskollegen erhoben sich unsere bäuerlichen Vorfahren gegen die Adelsherrschaft. Sie organisierten sich in Abteilungen, Plätze genannt. Die Bauern der Pfarrei Gattnau schlossen sich dem Platz Wasserburg an. Der Ammann von Hemigkofen, Melchior Klotz, war einer der Platzführer. Die verschiedenen Plätze unserer Gegend bildeten den Rappertsweiler Haufen, der nach schlechter Kriegsmanier das Kloster Langnau plünderte. Bei dieser Plünderung fiel auch ein Curlin Wolf aus Gattnau unangenehm auf. Im Vertrag von Weingarten einigten sich die Seebauern gütlich mit Truchsess Georg von Waldburg. Wenn der Vertrag auch später vom Adel nicht gehalten wurde, so hat er den Seebauern doch das Gemetzel erspart, das andernorts angerichtet wurde.

Nach der Niederlage der Bauern nahm der Adel die Geschicke wieder fest in die Hand. Die Herren blieben bei der althergebrachten katholischen Konfession und ihre Untertanen mussten nach einigem hin und her gehorchen. Dass die neue Konfession auch bei uns Anhänger hatte, belegt ein gräfliche Urteil von 1563. Reformierte Spötter hatten in einem Wirtshaus in Nonnenbach einen Bauern wegen seiner Wallfahrt nach Einsiedeln gehänselt. Sie wurden zur Strafe selbst zu einer solchen verurteilt. Kurz darauf erließ Graf Hugo von Montfort ein Edikt für seine evangelischen Untertanen, wonach sie katholisch werden oder das Herrschaftsgebiet verlassen mussten. über die Auswirkungen sind keine Einzelheiten bekannt.
1616 kam es zu einer kirchlichen Flurbereinigung mit der Pfarrei Wasserburg. Nonnenhorn, das bisher zu Gattnau gehörte, wird an Wasserbrug abgegeben und Berg von Wasserburg nach Gattnau umgepfarrt. Wenige Jahre später begann der Dreißigjährige Krieg, der auch unserer Heimat große Verheerungen, Pest und Flucht brachte. über die Verluste in der Pfarrei Gattnau existieren keine Aufzeichnungen. 1647 sind vieleTote in den Pfarrbüchern eingetragen, darunter etliche Einwohner von
Poppis, die bei der Belagerung von Lindau umgekommen sind.
Trotz Krieg hatte Pfarrer Gabriel Ummenhofer 1639 mit den Pfarrbüchern begonnen. Wir müssen annehmen, dass sich viele Pfarreikinder durch die Flucht in die Schweiz retten konnten und nach dem Krieg wieder zurückgekehrt sind. Der Graf von Montfort beispielsweise hat auch auf diesem Weg den Krieg heil überstanden. Jedenfalls blühte das Leben nach Kriegsende schnell wieder auf und die Pfarrei Gattnau hatte laut Taufregister von 1658 schon wieder 38 Geburten im Jahr.

3. Das Barockzeitalter - Zeit des Friedens

1663 kam Weihbischof Müller aus Konstanz zur Firmung und weihte gleichzeitig die Altäre der von den Schweden verwüsteten Kapellen in Betznau und Hemigkofen.
Die erste Fronleichnamsprozession nach dem Dreißigjährigen Krieg verzeichnet Pfarrer Reisch 1678. Ob dieser Brauch schon vor dem Krieg gepflegt wurde, ist nicht mehr feststellbar.
1680 wurde mit dem Schulhausbau in Gattnau begonnen. Der Lehrer war zugleich Messner. Eine Art Schule muss es allerdings schon vorher gegeben haben, denn 1639 wird in den Pfarrbüchern bereits ein Schulmeister Geige erwähnt. Geleitet wurde der Schulhausbau von Pfarrer Reisch, Ammann Kees aus Hemigkofen und dem Heiligenpfleger. Die Rosenkranzbruderschaft, die bereits den Traghimmel gestiftet hatte, beteiligte sich auch am Bau. Es war die große Zeit der Bruderschaftsgründungen und gerade die Rosenkranzbruderschaft hat nach den Aufzeichnungen der Pfarrer viel Gutes bewirkt.
1709 wird das Pfarrhaus in Gattnau neu gebaut und 1714 stiftet der Graf von Montfort die Kaplanei in Gattnau. Von diesem Zeitpunkt an wirkten mit Pfarrer und Kaplan zwei Geistliche in unserer Pfarrei. Die rege Bautätigkeit findet ihre Fortsetzung durch den großen Sohn der Pfarrei, Pfarrer Melchior Sauter aus Wasserburg, Dekan des Landkapitels Lindau. Er lässt an seinem Heimatort Schleinsee eine Kapelle erbauen und stiftet eine Kaplanei. Wenige Jahre später wird die Kapelle in Hemigkofen abgerissen und mit Hilfe der Grafen von Montfort neu erbaut. Im gleichen Jahr wird die heute noch bestehende Josefsbruderschaft in Tunau gegründet.

4. Gattnau wird österreichisch, bayerisch und dann württembergisch

Inzwischen ging die Blütezeit des Barock zu Ende und das Haus Montfort , das die Geschicke unserer Region fast 600 Jahre lang bestimmte, musste wegen Überschuldung seine Herrschaft an Österreich verkaufen. Im kirchlichen Leben änderte sich nicht viel. Die neue Herrschaft war katholisch wie das Haus Montfort und ließ die Kirche sprichwörtlich im Dorf.
Erst mit Kaiser Josef von Österreich kam ein Reformer auf den Thron, der auch vor der Kirche nicht halt machte. Er hob viele Klöster auf, befahl die Auflösung der Bruderschaften und zog das Vermögen beider Einrichtungen in den Religionsfonds ein. Positiv war seine Anordnung des obligatorischen Schulwesens, das jeder Gemeinde zur Pflicht gemacht wurde.
In Gattnau war inzwischen die alte Kirche baufällig und zu klein geworden. Wie bei vielen Bauvorhaben gab es schon im Vorfeld Streit. Hemigkofen nahm den ersten Anlauf, die neue Kirche dorthin zu bekommen. Die Regierung von Vorderösterreich in Freiburg lehnte ab und genehmigte 1787 den Neubau in Gattnau. Die Stilrichtung der neuen Kirche war, der Zeit entsprechend, nicht mehr Barock, sondern wurde in schlichterer Weise geplant und erstellt. Trotzdem reichte das Geld nicht aus, und der Kaplan musste einige Zeit im Rohbau Gottesdienst halten. So war es kein Wunder, dass der aus der Pfarrei stammende Kunstmaler Andreas Brugger aus Kressbronn die Deckenbilder der neuen Kirche unentgeltlich gemalt hat. Nach der Fertigstellung und Kirchweih herrschte dann wieder Einigkeit und Friede in der Pfarrei.
Diesen Frieden zerstörten die Franzosenkriege nur wenige Jahre später. Durchmärsche und Einquartierungen waren an der Tagesordnung. Gattnau wurde mit der ganzen Gegend 1806 bayrisch. Der Papst war in Frankreich interniert und in Konstanz regierte Bischofsvertreter Wessenberg recht eigenmächtig. Der damalige Gattnauer Pfarrer Dallmann sei ob der schlechten Zeiten vor Kummer gestorben. 1810 kam Gattnau mit dem Oberamt Tettnang an Württemberg. Der neue Landesvater war nun evangelisch, aber die Zeit, in der die Untertanen die Konfession mit der Obrigkeit wechseln mussten, war vorbei. Trotzdem wusste niemand, wohin die Reise geht.
1821 wurde das altehrwürdige Bistum Konstanz, das über 1000 Jahre ein Mittelpunkt des kirchlichen Lebens war, aufgelöst. Für Württemberg und damit auch für Gattnau entstand das Bistum Rottenburg. Der Gattnauer Pfarrer Münch wurde zu dieser Zeit zum Leiter der katholischen Lehrerbildung berufen und hat für das Schulwesen in Württemberg viel geleistet. In Gattnau wurde das Kaplaneihaus 1836 an seiner heutigen Stelle erbaut. Inzwischen hatte die Pfarrei Schulen in Hemigkofen, Nonnenbach, Betznau und Gattnau. Die Josefsbruderschaft war 1825 von Tunau nach Gattnau gezogen und der Soldatenverein Gattnau wurde im selben Jahr als Bruderschaft der Liebe gegründet.

5. Pfarrei Gattnau von 1848 bis 1900

Die Revolution von 1848 brachte auch bei uns - trotz ihres politischen Scheiterns - einige Veränderungen. So wurde die bisherige Naturalsteuer, der Zehnte, aufgehoben. Pfarrer Hafen war es aufgegeben, die schwierigen Ablösungsverhandlungen zu führen und glücklich zu Ende zu bringen. Er war ein hochbegabter und zugleich gütiger Mann, der die Pfarrei 20 Jahre lang leitete. Ihm verdanken wir auch viele Einzelheiten dieser Chronik. Er zeichnete lückenlos alles auf und bedauerte beispielsweise, dass ein Schultheiß aus Nonnenbach samt Gemeindepfleger vor Gericht und ins Gefängnis musste, und dass die Mädchen der Gemeinde mehr im Wirtshaus sitzen als andernorts die Männer. Gleichzeitig freute er sich an jedem guten Jahr für seine Pfarrkinder und an seiner schönen Pfarrei. Während der Amtszeit von Pfarrer Hafen machte der kaiserlich-königliche russische Hofrat Johannes von Auer der Pfarrei eine Stiftung von 13000 Gulden für Kirche und Armenpflege. Auer war in Gattnau geboren und hatte bei Wundarzt Köberle in Wasserburg gelernt. Trotz seiner Erfolge vergaß er seine Heimatpfarrei nie.
In Schleinsee wurde zu Pfarrer Hafens Zeit ein kleines Frauenkloster eingerichtet, welches jedoch nach wenigen Jahren wieder aufgegeben werden musste. Das gleiche Schicksal ereilte die erste Ortssparkasse, die nur 3 1/2 Jahre alt wurde. Laut Pfarrer Hafen hatten seine Pfarrkinder so gute Jahre, dass sie keine Kredite brauchten. 1857 entstand die erste Pfarrbücherei. Nach Pfarrer Hafens Tod meinte sein Nachfolger allerdings, der Verstorbene sei zu gütig mit den Gattnauern gewesen und er müsse jetzt die Zügel anziehen.
Nach 1870 wurde in der Folge des Bismarckschen Kulturkampfes die Zivilehe eingeführt. Das führte anscheinend auch in der Pfarrei Gattnau zu lebhaften Diskussionen. Der Pfarrer schreibt jedenfalls von recht einfältigen Beiträgen zur Sache. 1883 bis 1885 wurden Schulhaus und Messnerhaus in Gattnau neu erbaut. Es handelt sich um das jetzige alte Schulhaus.

6. Gattnau im 20. Jahrhundert

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts führte das Bevölkerungswachstum wieder zu Platzmangel in der Kirche. Die Diskussion um einen Kirchenneubau in Hemigkofen flammte abermals auf. 1900 wurde ein Kirchenbauverein gegründet. Pfarrer Schurer aber wollte seine Schäfchen zusammenhalten und leitete eine Vergrößerung der Pfarrkirche Gattnau ein.
Unbeeindruckt sammelte der Kirchenbauverein in Kressbronn weiter und hatte 1914 bereits 140000 Mark beisammen, um in der Inflation 1923 alles zu verlieren. Pfarrer Füchter wurde 1927 wieder mit den Kirchenbauwünschen konfrontiert und leitet konkrete Schritte zu deren Verwirklichung ein.
1933 übernahm auch bei uns die NSDAP die Macht und verwirklichte 1934 einen vielfach geäußerten Wunsch der Pfarrer von Gattnau, nämlich die Vereinigung der beiden Gemeinden Hemigkofen und Nonnenbach zur Gemeinde Kressbronn. Damit bestand in der Pfarrei erstmals eine politische Gemeinde. Der neue Bürgermeister gab sich anfangs recht moderat, er besuchte die Kirchenbauversammlung und befürwortete den Neubau in Kressbronn. Bald aber folgte Schritt für Schritt die Verdrängung der Kirche aus dem öffentlichen Leben, gepaart mit Schikanen kleineren und größeren Ausmaßes. So wurde das Baugesuch für die neue Kirche von Gemeinde und Kreisleitung mit fadenscheinigen Argumenten abgelehnt. Erst das Innenministerium in Stuttgart genehmigte den Plan von Architekt Herkommer. Während der Bauzeit wurden die Bezugsscheine für das Baumaterial verweigert und die Planung musste geändert werden. Trotzdem konnte 1937 die neue Kirche eingeweiht werden. 1941 wurde der Religionsunterricht aus der Schule verbannt und die Unterkirche für Wehrzwecke beschlagnahmt. Die Glocken beider Kirchen mussten - bis auf jeweils eine - im Krieg abgeliefert werden.
1948 kehrten zwei Gattnauer Glocken unversehrt aus dem Krieg zurück, die erst wenige Jahre alten Kressbronner Glocken blieben verschollen. Die Bevölkerung von Kressbronn sammelte trotz Nachkriegszeit und konnte 1949 Ersatz für die verlorenen Glocken anschaffen.
Mit der Pensionierung von Pfarrer Füchter 1956 ging die Einheit von Pfarrei und politischer Gemeinde zu Ende. Kressbronn wurde zur eigenen Pfarrei erhoben und die Pfarrei Gattnau geteilt. Pfarrer Bauer, der Nachfolger von Pfarrer Füchter, bezeichnete Gattnau zwar immer noch als die schönste Pfarrei am württembergischen Bodenseeufer, aber er blieb nur fünf Jahre hier.
Sein Nachfolger, Pfarrer Gressel, nahm sich mit Energie und Tatkraft der Kirchenrenovierung an und setzte von 1961 bis 1964 eine Renovierung im modernen Stil durch.
Unter dem Seelsorger Don Antonio Calderon, der neben Gattnau auch die Spanische Katholische Mission betreute, hat die Pfarrei einen neuen Aufschwung genommen. Kirche und Pfarrhaus konnten wiederum renoviert werden und ein aktiver und verhältnismäßig junger Pfarrgemeinderat ist mit der Leitung der Pfarrgemeinde im Übergang zum 21. Jahrhundert beauftragt.
Im Rückblick auf die Höhen und Tiefen, die unsere Pfarrei durch die Jahrhunderte erlebte, dürfen wir mit Vertrauen in die Zukunft blicken und hoffen, dass unser Herrgott uns weiter auf einem guten Weg führt.